
Direkt am Monolake liegt die Geisterstadt Bodie.
Wir finden: Immer eine Reise wert. Es handelt sich um eine alte Goldgräberstadt,
die jetzt Statepark ist und deshalb zum Teil sehr gut erhalten ist. Mit
damals 20.000 Einwohnern war Bodie eine echte Boomtown, in der nur das
Recht des Stärkeren galt. Wer zuerst zieht, hat gewonnen. Weitere
Highlights waren Prostitution und Glücksspiel. Ein Hauch Outlaw ist
heute noch zu spüren, Spielhalle und Leichenkutschen sind noch zu
besichtigen. Irgendwie hört man im Hintergrund immer : Spiel
mir das Lied vom Tod. Oder kommt es mir nur so vor?
Kommt man dann im Yosemitetal an, so befindet man sich in einer schönen Alpenwelt mit Wasserfällen und allem, was dazu gehört. Leider auch mit viel zu viel Touristen. Daher gilt es hier das Wochenende und die Ferien zu meiden. Vom Tal aus kann man jede Menge Wanderungen in allen Kategorien unternehmen oder einfach auch nur die Parkstraße entlangschiggern. ACHTUNG die Ranger achten verschärft auf die Einhaltung der Verkehrsregeln. Für den Biker ist sicher noch die Strecke zum Glacierpoint interessant: Eine super Strecke mit schönen Ausblicken und am Ende ein Superblick auf den Half Dome und in das Yosemitetal. Hier gibt es einen über die Felsklippe hervorragenden Stein, der gerade dazu herausfordert, für ein Foto bestiegen zu werden, ich hab mich aber auch nicht so richtig getraut. Dafür gibt's genug Postkarten mit so 'nem Motiv.
Wer im Yosemite übernachten möchte,
kann das mit dem Zelten ziemlich vergessen. Auf Monate im voraus ausgebucht.
Nach der Flutkatastrophe im Frühjahr 97 sind die Hälfte der Campingplätze
in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Motels im Umkreis von ca. 100 mls
sind entweder ausgebucht oder sündhaft teuer. Am besten man fährt
am späten Nachmittag so weit weg wie es noch geht und übernachtet
an irgendeinem unbekannten Ort.
( Yosemite N.P.)
Zu San Francisco könnte man einen eigenen
Bericht schreiben, daher will ich mich kurz fassen. Für den Motorradfahrer
gilt: Entweder du beherrscht das Spiel mit der Kupplung und dem Bremshebel
oder Du hast verspielt. Die Straßen sind irre steil, schlecht einzusehen
und dennoch unheimlich toll zu fahren. Halt eben die Straßen von
San Francisco. Zu Fuß erkundet man Fisherman´s Warf und
mit dem Schiff Alcatraz. Dann noch die Cabelcar testen und feststellen,
das nichts über Motorradfahren geht.
Das Motorrad muß man unbedingt noch
über die Golden Gate steuern und am Ende noch ein tolles Foto mit
Moped schießen. Na klar. Tip: hinter der Golden Gate links den Berg
hochfahren, da gibt es 'nen tollen Ausblick auf die Brücke nebst Downtown.
Auf dem Rückweg muß man Zoll bezahlen 3 $ oder so, also Kleingeld
parat kalten. Sightseeingmäßig
ist noch eine Scienictour angesagt, ein 49 mls Scenicdrive beschildert
durch die Stadt (lohnt sich). Dieser führt durch den Park und unter
anderem auf den Twinpeakhill mit weitreichendem Rundumblick (Besonders
im Dunkeln schön). Ansonsten: Shopping, Cafés, Strand und Hardrockcafe`
so wie es nun mal in einer Großstadt zugeht. Das Hardrockcafe befindet
sich an der Van Ness Ave.
Zunächst führt der Highway raus aus
der Stadt an langen Sandstränden vorbei. Ein Stop lohnt sich auf jeden
Fall in Carmel kurz hinter Monterey. Wunderschöner Sandstrand, gute
Eßmöglichkeiten. Überhaupt bietet sich Monterey für
einen Zwischenstop für den Motorradbadeurlauber mit Sonnenbrandgarantie
an. Gute Motels und schöne Kneipen und so.
Nach Monterey folgt dann die Einsamkeit, die
Straße geht in sanften und auch in starken Schwingungen an der pazifischen
Steilküste entlang. Nach jeder Kurve möchte man zwecks Fotoshooting
anhalten. Aber das mindert das Fahrerlebnis. Am besten man fährt die
Strecke 2x.....aber die Zeit! Nun ja, super Motorradstrecke, mit ständig
neuen Steilküstenhöhepunkten. Das muß man erfahren !!!!
Nach 1100 Stops und unendlichen Fotos (mit Moped drauf) richten wir unser
Nachtquartier in Morrobay ein. Auch ganz schön, so ein Fischerdorf
mit riesigem Fels in der Brandung und Fischerhafen. Leider verunglimpft
das Kraftwerk die Atmosphäre etwas. Aber es gibt genug günstige
Motels. Danach geht's dann immer noch weiter nach L.A. über Santa
Barbara und Malibu Beach (Meist brennt es da ja) In L.A. sorgt der Smog
für wunderschöne Sonnenuntergänge.
Wir biegen kurz vor L.A. links in die
Berge ab, um zu einem Motorradtreff zu gelangen, an dem sich auch die ein
oder andere Filmgröße blicken lassen soll. Diese Berge wirken
trotz der Großstadtnähe unheimlich ländlich, dann und wann
stößt man auf eine noble Villa und wunderschöne Serpentinen.
Der Mopedtreff ist eine alte Tankstelle im Kaff Cornell, allerdings ist
hier nur Sonntags was los, aber die schöne Bergstrecke war doch eine
tolle Alternative, um in die Stadt L.A. zu kommen. Hinter den Bergen landet
man gleich in Bell Air und Hollywood.
Zu sehen gibt's im Prinzip Hollywood mit seinen Nobeleinkaufsstätten und Villen. An fast jeder Straßenecke werden Karten mit den Wohnstätten der Prominenz angeboten. Dann kann man mal mit seinem Moped die Einfahrt von Rod Steward oder Elton John zuparken.
Dann wäre da noch Downtown (aber irgendwie traue ich mich nicht das Motorrad irgendwo unbeaufsichtigt abzustellen) mit riesigen Wolkenkratzern. Disneyland für den Motorradfahrer mit Kind oder aber das Kind im Motorradfahrer. Und was echt interessant ist: Die Universal Studios. Da kann wenigstens relativ beruhigt parken. Für Motorradfahrer ist hier nämlich frei parken.
Besondere Motorradstrecken sind mir in LA nicht bekannt und irgendwie auch nicht erforderlich.
Ja und dann gibt's da noch Seaworld, wo man
sich für schlappe 45 $ ansehen kann, wie man Killerwale in der Gefangenschaft
quält ( Wer's mag).
Am nächsten Tag geht es los durch den
Joshua Tree National Park. Absolute Wüste, in der ganz speziell diese
Joshuabäume wachsen. Als Motorradstrecke ist der Park nicht schlecht
und vor allem nicht so viel befahren. Inmitten des Parks bekommt man bizarre
Felsbrocken zu sehen, von denen man sich nur schwer vorstellen kann, wie
die dahin gekommen sein könnten. Vielen Freeclimbern ist anscheinend
egal, sie klettern jedenfalls hier mit Herzenslust herum. Ein Stichweg
führt uns zu einem Punkt, von dem man einen gaaaaanz weiten Ausblick
in die Wüste bekommt, unten sieht man den riesigen Salton Sea. Ein
Salzsee, der durch das Überlaufen des Coloradoriver vor hunderten
Jahren entstanden ist. Dort treffen wir auch 2 Mitbürger unserer Nachbarstadt,
die so nett waren, unser Zelt schon mal mit nach Germany zu nehmen. Da
haben wir dann wieder Platz für Einkäufe.
Wir sehen uns noch den Skullrock an (sieht
aus wie ein Totenkopf) und fahren dann über die wellige Straße
zurück nach Palm Springs. Am nächsten Morgen geht's ab endgültig
nach L.A. Dabei Durchfahren wir hunderte oder gar tausende Windkrafträder
bei Palm Springs. Ein starker Anblick. Wir kommen vorbei an ein paar riesigen
Dinosauriermodellen, zwischen deren Krallen unsere BMW wie ein Spielzeugmotorrad
anmutet.
Ein riesiger Outletstore knüpft uns noch
ein paar Dollar ab und wir haben Ruckzuck den Platz von unserem Zelt wieder
aufgefüllt. Na ja, es geht ja nun auch zurück.
( Joshua Tree N.P.)
Nach ca. 1 Woche erhalte ich den Anruf, daß
die Kiste in Düsseldorf abholbereit sei. Daraufhin konnte ich das
Motorrad ohne weitere Formalitäten abholen. Die Amerikaner oder Holländer
haben doch tatsächlich die Karre auf dem Seitenständer festgezurrt,
da wird einem schon schlecht beim Hinsehen. Der eine Koffer ist etwas verkratzt
(Mußte eh lackiert werden, wegen des Unfalls) und einen Spiegel konnte
man mir einzeln übergeben.
Der Rücktransport erschien mir also recht
unfachmännisch im Gegensatz zum Hintransport. Daher
würde ich jedem eine Transportversicherung empfehlen, da für
Kratzer sonst nicht gehaftet wird. Von einem ganz schadlosem Transport
kann wohl nicht ausgegangen werden.