Weiter ging es quer zurück zum Valley of the gods. Die Straße wird irgendwann unbefestigt und kurvig. Dafür hat man dann einen wunderschönen Ausblick von der Hochebene auf das Valley of the gods und auf das Monument Valley. Die Schotterkurven wurden uns jedoch zum Verhängnis, wir stürzten und schon war die schöne Metalliclackierung der BMW dahin. Ebenso stürzten die Helme in den Abgrund und mußten von uns geborgen werden. Das Motorrad blieb nur 1 Meter vor dem mehrere hundert Meter tiefen Abgrund liegen.
Danach wurde erst mal gezeltet und die Versicherung über unseren Kaskoschaden informiert. Alles kein Problem, hier ist ihre Schadennummer, gehen sie zu einem BMW Händler und lassen sie einen Kostenvoranschlag machen. Na toll, dann kann es ja erst mal weitergehen und der Schaden ist durch die Vollkasko abgedeckt.
Der derzeitige Motorradzustand ist schon etwas lästig. Bereits vor unserem Sturz waren der Drehzahlmesser und der Tacho ausgefallen, die Lenkkopfschraube fehlte immer noch und das Moped war von vorne bis hinten total verkratzt.
Noch ein Hinweis: Wer sich länger am Wasser aufhalten möchte, dem sei der Ort Page am Lake Powell empfohlen. Hier gibt es eine Reihe von Wassersportmöglichkeiten und entsprechend viele Motels. Direkt bei Page befindet sich denn auch noch der sogenannte Antelope Canyon, ein Slot-Canyon. Das besondere: Erst quetscht man sich durch eine ganz enge Felsöffnung und dann befindet man sich in einem Canyonparadies, welches seines gleichen sucht. Die Sonne gelangt nur so eben bis auf den Boden und alles wird schön rot ausgeleuchtet. Ein Eldorado für Fotofreaks und Fotoprofies. Der Sandstein hat die interressantesten Formen und Windungen wie ein Korkenzieher. Meine Meinung: Darf man nicht verpassen. Allerdings befindet sich der Canyon auf Navajoterrain und die nehmen satte 12$ Eintritt. Und der zweite Wermutstropfen, man muß früh morgens schon dorthin, da das Farbenspiel vormittags am schönsten ist.
Tip: Wer beabsichtigt von Page zum Zion N.P.
zu fahren und offroadtauglich ist, der sollte von Page die Strecke durch
den Cootonwood Canyon wählen. 1. Es ist sehr schön dort und 2.
Man spart sich über 100mls an Fahrt. Nur bei Nässe ist der Canyon
schlecht passierbar und man sollte es nicht wagen. Offroadparadies im wilden
Westen, man erkennt es im Canyon an den zerschossenen Verkehrsschildern.
(Rainbow Bridge N.M.)
Die Canyonlands verschlagen einem ähnlich wie der Grand Canyon die Sprache. Ein riesiger Canyon breitet sich vor einem aus, dazu in allen erdenklichen Rottönen. Besonders attraktiv sind die Blicke von Island in the Sky , Green River Overlook und Grand View Point Overlook. Durch den ganzen Park führt eine schöne Motorradstrecke von der aus man immer wieder tolle Ausblicke erhaschen kann. Dann empfiehlt sich noch der Dead Horse Point, der in dem gleichnamigen Dead Horse Point State Park liegt. Da es sich um einen Statepark und nicht um einen Nationalpark handelt, gilt der Golden Eaglepaß hier nicht und man muß extra Eintritt zahlen. Aber: Es lohnt sich allemal. Früher wurden Pferdeherden auf diese Landzunge getrieben, bis die Pferde vor dem Abgrund standen und nicht mehr zurück konnten. Wir fahren mit unserem Ironhorse auf die Landzunge und genießen lange und ausgiebig den Blick über den Colorado in seiner tiefen Schlucht.
Was soll ich sagen. Wunderschön. Zunächst beeindruckt das massenhafte Auftreten der Steinbögen und man wundert sich, das die Dinger nicht zusammenbrechen. Hin und wieder fällt auch wohl mal ein Stück aus diesen riesigen Steingebilden heraus. Hauptsächlich Winderosion läßt die Arches entstehen. Mit Motorradfahren kommt man hier allerdings nicht weit, auf Schusters Rappen muß man diesen Park erkunden. 2,5 Km Fußmarsch sind es alleine zur Delicate Arche. Alles in großer Hitze, will heißen: Bloß nicht mit Motorradstiefeln wandern und immer schön langsam gehen lassen. Wer allerdings nur auf dem Hobel sitzen bleibt, verpasst einfach viel zu viel und sollte sich etwas schämen. Erreicht man zu Fuß, die Delicate Arche so fehlt nur noch die Marlborozigarette. An der einen oder anderen Arch muß man schon bald Angst haben, einem Tiger der Ölgesellschaft Esso zu begegnen. nun ja, man kennt halt die ein oder andere Ecke schon aus der Werbung, was nicht die Schönheit der Gegend mindert.
Wieder on the road erreichen wir bald Capitol Reef. Capitol Reef ist im Prinzip der Teil einer riesigen Erdspalte mit 100 Meilen Breite. Am Eingang machen wir erst mal Halt an einem kleinen aber schönen Wasserfall und düsen dann zum Visitorcenter. Von dort erkunden wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten wie Grand Walsh, Capitol George und Fruita Garden. Im Örtchen Terry finden wir ein günstiges supergutes Motel ( Boulder View Inn). Da standen dann auch gleich 2 Biker aus Salt Lake City davor und wienerten ihr Schmuckstück. Wir erfahren, daß es sich nicht lohnt offroad über die Notom Bollfrog Road weiter zu reisen. Wenn wir die 12 Richtung Bryce Canyon nehmen, würden wir die schönste Motorradstrecke von Utah erfahren. Nun gut, wir sind für jeden Tip dankbar. Im übrigen gibt es ein erstklassiges Restaurant in Terry, dessen Namen mir zwar entfallen ist, welches aber sehr nahe am Motel liegt. Am nächsten Tag wandern wir erst noch ein bißchen durch den Grand Walsh. Dies ist auch für den fußfaulen Biker kein Problem, da es sich um ein ausgewaschenes Flußbett handelt, welches naturgemäß sehr flach ausfällt und daher leicht zu bewandern ist. Schön ist es allemal, die Schlucht wird immer enger und die Felswände steigen steil neben einem auf. Ich schätze sie so auf 200m Höhe.
Dann geht es weiter über den Highway 12 Richtung Bryce Canyon. Die Saltlake Citybiker hatten recht, eine super Strecke durch den herbstlich leuchtenden Dixie National Forest, die anschließend kurvenreich über einen Bergrücken geht. Rechts und links geht es steil bergab und die Straße schlängelt sich. Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich es jetzt mal so richtig gehen lassen soll, oder den wunderschönen Ausblick genießen soll. Der Ausblick erhält den Vorrang, was uns bald zugute kommt, denn auf der Straße stehen ein paar Rindviecher und schauen uns saublöd an. Des weiteren muß man auf die Kuhgitter in der Fahrbahn achten, sonst rummst es immer ganz fürchterlich beim Durchfahren dieser Schikanen. Tip: Highway 12 von Capitol Reef zum Bryce Canyon> Superstrecke ! Die Strecke führt uns noch durch die Escalante Region, hier gibt es noch eine Menge Scenic Byway. Für den Offroadfreak empfiehlt es sich die Zeit für einen Umweg über die Schotterstrecke Hell's Backbone zu nehmen. Von der Beschaffenheit eher einfach, vom Landschaftlichen eher bravorös. Oben auf dem Hell's Backbone führt eine schmale Brücke über spitze Felsformationen mit wiederum sehr tiefen Spalten und Schluchten. Da der Fels zum Teil rot leuchtet, könnte man meinen man würde die Hölle direkt überqueren. Für den nicht Offroadfreak fährt man besser die 12 entlang und campiert entweder am Calf Creek oder am Escalante Petrified Forest. Wie der Name schon sagt kann man hier versteinertes Holz bestaunen, was uns aber weniger beeindruckte als der schöne Campingplatz an einem See gelegen. ( Nur leider hatten wir uns schon ein Motel gebucht.) Im übrigen bringt es unheimlich Pech etwas von dem versteinerten Holz mitzunehmen, da gibt es schon einige, die das Zeug später für teures Porto aus Deutschlang zurück geschickt haben. Am Calf Creek hat man die Möglichkeit eine wunderschöne Wanderung durch ein Tal mit vielen Bieberdämmen zu machen. Höhepunkt ist dann am Ende des Canyons ein wunderschöner Wasserfall, der sich in einen Pool ergißt. Zur Dämmerung haben wir hier eine Menge Wild gesehen und gefilmt.
Next Day wird gut beim Mexikaner gefrühstückt
und auf zum Bryce Canyon. Wandern im Canyon ist mal wieder angesagt und
durchaus weiter zu empfehlen. Der Bryce Canyon ist für mich bislang
der schönste, den ich je gesehen habe. Die Erosion hat hier ein Kunstwerk
geschaffen, welches seines Gleichen sucht(..aber nicht findet). In dem
Canyon stehen tausende von riesigen Türmen und Spitzen aus Sandstein.
Die meisten wirken unheimlich filigran. Beim Durchwandern und von unten
betrachtet wirken sie dann wieder riesig groß. Entstanden sind diese
Gebilde durch Wasser, welches nachts gefriert und von den Gesteinsmassen
kleine Teile absprengt. Die Farbgebung rührt von den im Stein befindlichen
Eisenelementen her und läßt die Spitzen rosarot bis weiß
in der Sonne glänzen. Für diesen Canyon würde ich auf jeden
Fall einen Tag Aufenthalt empfehlen, außerdem ist der Mexicaner echt
gut. Die Aussichtspunkte kann man sich einfach erwandern und das Moped
kann mal `ne Pause machen. Übrigens kann es hier im Oktober schon
enpfindlich kalt sein, da es sich wieder um eine Hochebene handelt.
( Bryce Canyon N.P.)